Archiv für den Monat: Juli 2017

Ausgrabung in Poysdorf

Grabungsfläche mit urgeschichtlicher Siedlung

Die Errichtung eines Parkplatzes in der Laaerstraße in Poysdorf durch die Stadtgemeinde Poysdorf zog aufgrund der Nähe zu bereits bekannten archäologischen Befunden polykultureller Zeitstellung eine archäologische Ausgrabung nach sich. Im Sommer 2017 wurde von der ASINOE GmbH schließlich eine Grabung auf einer Fläche von 1.930 m² durchgeführt.

Diese erbrachte archäologische Befunde einer Siedlungstätigkeit von der Bronzezeit bis in die germanische Kaiserzeit. Die Befunde überlagerten sich stark und waren alle im mittleren Hangbereich der westlichen Grabungsfläche lokalisiert.

Die ältesten Strukturen reichten in die Frühbronzezeit zurück und können der Věteřov-Kultur zugeordnet werden. Es handelt sich dabei um Siedlungsbefunde wie Speicher- und Abfallgruben. In zwei dieser Gruben wurden Körperbestattungen dokumentiert, außerdem fanden sich Deponierungen von Tierskeletten.

Der La-Tène-Kultur sind zwei Gruben(haus)-Befunde zuzuordnen. Diese überlagerten die bronzezeitlichen Befunde und wurden später wiederum von kaiserzeitlichen – germanischen Siedlungsstrukturen überbaut.

Unter den germanischen Befunden sind besonders drei in einer Reihe liegende Rennöfen von Bedeutung. Dieser Siedlungsstufe können weiter Arbeits- und Abfallgruben zugeordnet werden.

Eine neuzeitliche Schuttablagerung am östlichen und südlichen Rand der Grabungsfläche enthielt neben Funden des frühen 20. Jahrhunderts auch Objekte des 19. Jahrhunderts.

 

Baubegleitende archäologische Untersuchung in Kammern

Baubegleitende archäologische Maßnahme bei der Errichtung eines Hochwasserschutzes südlich der Zöhringer Siedlung. Im Hintergrund die historiche Mühle am Kapellenweg

Vom März bis Juni 2017 wurde bei den Arbeiten für einen Hochwasserschutz des südlichen Ortsgebietes von Kammern (Gemeinde Hadersdorf-Kammern) baubegleitend eine archäologische Überwachung des Humusabtrages vorgenommen. Die Fragestellung lag dabei darauf, ob ur- und frühgeschichtliche Befunde in diesem Teil des Ortes nachzuweisen wären.

Zwar konnten keine archäologischen Befunde dieser Zeitstellungen dokumentiert werden, jedoch waren Funde und Befunde zu den in der Frühen Neuzeit errichteten Wirtschaftsgebäude des Ortes vorhanden.

Pflasterung aus Roll- und Bruchsteinen

Südöstlich des Kapellenweges wurden eine Schuttablagerung, eine Abfallgrube und eine Pflasterung dokumentiert, die in Zusammenhang mit der dort befindlichen historischen Mühle zu sehen sind.

Keramikfragmente von Mineralwasserflaschen und Gebrauchsgeschirr